Produktion: Tourneetheater Thespiskarren
Regie: Frank Matthus
Mit: Doris Kunstmann, Ron Williams, Hans Machowiak
Atlanta, Georgia, 1948: Miss Daisy ist eine 72-jährige verwitwete Lehrerin. Nachdem sie eines Tages ihren Neuwagen samt der Garage der Nachbarn zu Schrott fährt, kauft Sohn Boolie ihr einen neuen Wagen und engagiert vorsichtshalber den Schwarzen Hoke Coleburn als Chauffeur. Hoke, mit seinen 60 Jahren selbst nicht mehr der Jüngste, ist ein ruhiger, lebenskluger Mann und somit der ideale Gegenpart zur egozentrischen Miss Daisy. Diese weigert sich zunächst hartnäckig, seine Dienste in Anspruch zu nehmen. Mit Ausdauer und unbeeindruckt von manch unfreundlicher Bemerkung der alten Dame schafft es Hoke schliesslich, dass Miss Daisy in den Wagen einsteigt. Allmählich entsteht während der gemeinsamen Ausfahrten zwischen dem ungleichen Paar eine respektvolle Sympathie.
Genügend Zündstoff für Spannung im Stück liefert der reale historische Rahmen, in einer Zeit, in der die Rassentrennung in den USA noch wie selbstverständlich den Alltag der Menschen bestimmte: Hier die wohlhabende, gebildete jüdische Südstaaten-Lady, dort der schwarze Angestellte aus der Unterschicht. Das Theaterstück schafft es, die Ernsthaftigkeit von Rassismus und Vorurteilen auf eine menschlich warme, bewegende und gleichzeitig sehr unterhaltsame Weise zu thematisieren.